Killerspiele Amoklauf

Dieser Tage liest man immer wieder das neu belebte Wort Killerspiele, besonders im Zusammenhang mit dem Amoklauf der keiner war. Ich finde das all zu oft Begriffe in den Raum geworfen werden, die eine völlig andere oder schlichtweg falsche Bedeutung haben, so sollten wir mal schauen wie diese zwei Begriffe deklariert sind.

Amoklauf

Was ist ein Amoklauf? Oder besser erstmal, was ist Amok? Laut der Weltgesundheitsorganisation ist Amok: „eine willkürliche, anscheinend nicht provozierte Episode mörderischen oder erheblich (fremd-)zerstörerischen Verhaltens. Danach Amnesie und/oder Erschöpfung. Häufig auch der Umschlag in selbst-zerstörerisches Verhalten, d.h. Verwundung oder Verstümmelung bis zum Suizid„. Das beschreiben also Leute, die es erforscht und dokumentiert haben, doch was bedeutet für uns heut zu Tage das Wort Amok, oder speziell Amoklauf?

Unser einer verbindet mit dem Wort Amoklauf, die Geschehnisse von Winnenden, dies wird uns auch durch die meisten Medien beigebracht. Doch wie man oben lesen konnte, würde man also davon ausgehen das der Amokläufer willkürlich durch eine mögliche Provokation mordet. Somit geht man davon aus, das in einen relativ kurzem Zeitraum dies alles passiert, doch wie erklärt man sich dann das er schwer bewaffnet, mit Verkleidung und zielgerichtet seine Opfer ausgewählt hat? Sogar an Ersatzmunition hat der Amokläufer von Winnenden gedacht –richtig, er hat gedacht! Er war sich seiner Tat bewusst und hat diese geplant und sich darauf vorbereitet, ergo es war kein Amoklauf, sondern eine reines Blutbad was mit krimineller Energie geplant und ausgeführt wurde. Aus welchem Grund auch immer.

Killerspiele

Kurz nach Amoklauf trifft man auf die Ursache allen Übels, den Killerspielen, die ultimativen Auslöser für sämtliche, sogenannten angeblichen Amokläufe oder mittlerweile sogar offiziell als school shootings definiert. Doch wo fängt ein Killerspiel an und wo hört es auf, wann erkenne ich ein Killerspiel und kann es eindeutig als solches kategorisieren? Auch hier kann man bei Wikipedia eine art Definition dafür lesen: „Es werden damit in erster Linie Computerspiele bezeichnet, die das Ausüben von Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen beinhalten.“ Soweit so gut, auch nachvollziehbar eigentlich, doch mal im Ernst, jeder kennt Indianer und Cowboy spielen, schon im Kindergarten erschießen wir uns gegenseitig und werden keine Mörder später und speziell bei Computerspielen, wie kann man eine solche Aussage pauschalisieren? Schauen wir uns einfach mal zwei Screenshots, eindeutiger Computerspiele an:

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Beide Spiele sind eindeutig, der eine jagdt und tötet seine militärischen Gegner im Form von Rambo III, der andere ist auf der Jagd nach Zombies und Geistern. Der reale Feind erscheint hier lächerlich, der fiktive Feind erscheint hier als das Paradebeispiel für Killerspiele. Obwohl in beiden Spielen eindeutig mehr oder weniger menschliche Lebewesen getötet oder auch einfach nur eliminiert werden.

Wer will und kann bei der Vielzahl von Spielen und Inhalten, aber auch einfach Geschichten festlegen was ein Killerspiel ist und was nicht?

Warum verbietet man nicht einfach erstmal blutige, brutale und sexistische Filme im Fernsehen? Manch eine Szene die im Fernsehen im normalen Abendprogramm lief, finde ich um einiges schwieriger zu vertreten als „das Gemetzel“ in virtuellen Welten die mit ihrer Darstellung immer noch nicht ansatzweise das darstellen was vor der Tür ist.

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