Also ich musste mir vorhin wahrhaftig an den Kopf packen als ich einen aktuellen Beitrag auf n-tv.de zum Thema Tabakwarenwerbung gelesen habe. In der Regel bin ich ja auch so eingestellt, das ich mich über jeden Raucher weniger freue, der freiwillig aufhört und nicht wegen äußeren Einflüssen oder Verboten. Dennoch muss ich zugeben das ich folgende Passage in dem Beitrag schon fast erschreckend naiv finde:
… Zigarettenwerbung sei mitschuldig daran, dass viele Raucherkarrieren bereits in der Kindheit oder Jugend starteten. “Ganz bewusst setzt die Tabakindustrie auf Motive, die Jugendliche anspricht”, kritisierte Ralf Kremer, Präventionsexperte der DAK …
Jetzt mal ein wenig in der Logik wühlen, Kundenbindung erreicht man im Laufe der Jahre, egal für welches Produkt, ergo ist es logisch das man versucht möglichst früh potenzielle Kunden für sich zu gewinnen. In der Regel durch geeignete Werbemaßnahmen, die natürlich im Optimalfall auch inhaltlich funktionieren, sei es weil das Produkt überzeugt oder die Verpackung der Werbebotschaft. Somit frage mich gerade ob die Erkenntnis des Präventionsexperten der DAK, überhaupt Sinn macht, denn letztendlich wird hier nur das umschrieben was es seit Jahrzehnten in der Werbung gibt.
Doch gehen wir mal weiter zur nächsten Passage, dort wird fairerweise ein Vergleich gezogen mit ähnlichen Produkten …
… Sie legten den Kindern und Jugendlichen Werbung von sechs Zigarettenmarken vor und verglichen die Wirkung mit der Werbung für anderen Produkten wie Süßigkeiten oder Handys …
Hallo? … Zigaretten mit Süßigkeiten und Mobiltelefone vergleichen beziehungsweise ihre Werbemaßnahmen? Ich gebe zu das ein gewisses Suchtpotenzial bei Süßigkeiten heute normal ist, doch ich denke bei den wenigsten so intensiv wie durch Nikotin und selbst die Telefonitis kann das körperliche Verlangen nicht erreichen oder doch? Wieso vergleicht man die Tabakwarenwerbung nicht einfach mit den bösen Alkopops oder anderen Dingen, dieser Vergleich hinkt dermaßen, das man sich dafür schämen sollte.
Ergo, wie kann man eine solche Studie oder Report ernst nehmen? Das Äpfel und Birnen Prinzip geht weiter…
So wirklich viel scheinen Social-Media und SEO nicht gemeinsam zu haben, sind es eigentlich völlig unterschiedliche, nennen wir es mal Marketing-Instrumente. Doch so langsam habe ich das Gefühl, das viele Personen und Unternehmen, die es nicht mehr schaffen Kunden mit SEO zu ködern, dies nun mit Social-Media versuchen. Verständlich ist dieser Schritt alle Male, SEO gibt es schon sehr lange für Internetverhältnisse, Social-Media scheint jetzt erst so richtig in Gang zu kommen und ist wohl erst in den letzten drei Jahren aufgetaucht.
Bestes Beispiel dafür habe ich leider selber in einen Projekt erfahren, eine anscheinend etablierte Agentur, die seit Jahren im PR Bereich tätig ist, beschäftigt sich mittlerweile auch mit Social-Media und bietet dieses an. Wie man sich vorstellen kann natürlich nicht umsonst, sondern für eine saftige Vergütung. Da wird im Leistungsumfang von vielen Aktionen und Beiträgen auf allen relevanten Plattformen und Kanälen gesprochen. Doch wie so oft, sind Theorie und Praxis zwei paar Schuhe, besonders wenn man nicht einmal ansatzweise Ahnung von der Praxis hat.
Denn da wird versucht mit traditionellen PR Maßnahmen den Bereich Social-Media zu verkaufen, doch ganz schnell erkennt man das dies nicht funktioniert … sollte man annehmen. So macht man die Leute darauf aufmerksam und hinterfragt deren Strategie und was kommt? Zwar etwas feiner verbal verpackt, aber letztendlich soviel wie: “Sie haben keine Ahnung davon, lassen sie uns machen.” Das Problem dabei ist nur, das speziell der Bereich Social-Media fast zu 100% nachvollzogen werden kann, denn Social-Media ist viel offener als die klassische PR Schiene und dies ist auch eine der Stärken von Social-Media.
Das alles erinnert mich doch ganz stark an viele dieser tollen SEO Agenturen, die meinen mit dubiosen Methoden und Aktionen den schnellen Erfolg im Internet für ihre Kunden herbei zu zaubern.
Und gleichzeitig werden wie so oft, seriöse und fähige Unternehmen durch diese schwarzen Schafe in Mitleidenschaft gezogen, ein trauriges endloses Spiel im Internet mit dem Vertrauen der Kunden.