Kommunaler Aufreger in MG

Ich versuche in der Regel mich ein wenig zu bremsen, bei bestimmten Themen und oft nach einer Nacht, ist es auch wieder halb so wild. Doch aktuell regt mich hier in meiner Heimatstadt, Wohnort und derzeitigen Arbeitsplatz etwas auf, es ist eigentlich eine Mücke, die ich für mich persönlich zum Elefanten mache, aber das muss einfach mal raus.

Wie so viele Städte, hat natürlich auch Mönchengladbach eine eigene, nennen wir es mal Firma, die sich um das Städtemarketing “bemüht” – speziell auf kommunaler Ebene ist Marketing nicht immer einfach und leicht durch zu setzen und dies ist auch verständlich. Doch wenn man etwas veröffentlicht oder der Masse zugänglich macht, sollte dies doch ansatzweise einen gewissen Anspruch und eine erkennbare Strategie haben, es geht ja weiterhin um Marketing. Leider kann ich dies aber nicht beim Gestern veröffentlichen Online-Shop für Mönchengladbach-Souvenirs erkennen!

Mag es eine verzerrte Wahrnehmung von mir sein, vielleicht auch berufsbedingt (ich gestalte) ein wenig sehr empfindlich, aber ich habe wirklich nach langer Zeit wieder den Zustand des Fremdschämens erreicht. Die, nenen wir sie mal neutral, Artikel die dort angeboten werden sind:

  • visuell
  • praktisch
  • inhaltlich

teilweise eine Zumutung, Geschweige denn zu welchen Preisen diese angeboten werden, wobei dies natürlich auch mit den Shopanbieter zu tun haben dürfte.

Die Krönung ist aber das neuste Produkt des Mönchengladbach-Souvenirs, eine VISA PrePaid Karte mit dem “gepimpten” Logo der Stadt Mönchengladbach. Mönchengladbach hat nicht nur strukturell einige Probleme sondern auch ein Teil der Bevölkerung ist bekanntermaßen nicht so gut betucht, erst gar nicht von den Schulden der Stadt zu reden. Das Fatale daran ist, das wahrscheinlich genau diese Leute, somit verleitet werden sich eine Kreditkarte zu zu legen, die es ohnehin vielleicht schon finanziell sehr schwer haben. Denn man könnte auch meinen: ” Ja wenn meine Stadt eine solche Kreditkarte anbietet, ja dann muss das ja was ganz tolles sein und ich hab wieder mehr Geld zur Verfügung.” – Es ist zwar ein wenig überspitzt, aber ist es nicht unverantwortlich und total sinnfrei ein solches Produkt als Souvenir an zu bieten?

Mönchengladbach VISA PrePaid Kreditkarte

Kein Kommentar zur “Gestaltung” …

Was bedeutet überhaupt Souvenir?

Auf WikiPedia kann man folgendes dazu lesen:

Ein Souvenir (ugs. auch Mitbringsel) ist ein Gegenstand, den man als Erinnerung an ein bestimmtes Ereignis, einen Ort oder eine Person mitnimmt und aufbewahrt. Das Wort stammt aus dem Französischen und bedeutet dort Erinnerung, Andenken. Quelle

Wie auch immer, diesmal muss ich sogar schweren Herzens auf unsere Nachbarstädte zeigen, wie man es richtig macht – Düsseldorf und Köln. Und ich meine nun nicht die Auftritte, sondern die Inhalte, Produkte, Artikel, was auch immer! Einige Überschneidungen gibt es natürlich wie das I love … doch immerhin sieht es professioneller und durchdachter aus, als bei uns.

Amen

PS: Mönchengladbach hat sehr viele gute und engagierte Kreative, aus allen möglichen Bereichen, wieso werden diese so selten mit ins Boot genommen? Man möchte doch die Stadt vorantreiben und nicht untergehen lassen, das Potenzial ist da, nur die Verantwortlichen sehen es immer noch nicht oder wollen es nicht sehen …



9/11 ist Leben

Wie kann der bisher größte und schwerwiegendste Anschlag von Menschen auf Menschen als Leben bezeichnet werden? Es wurde doch offensichtlich am 11. September 2001 das Leben vieler Menschen ausgelöscht und noch viel mehr in den Folgejahren, durch Aktionen auf allen Seiten. Wie kann man dies zusammenbringen oder sogar gleichsetzen? Leben ist etwas positives, 9/11 ist negativ.

Auf den ersten Blick ist dies natürlich so, doch der Mensch hat bereits in der Vergangenheit immer wieder erfahren oder sagen wir mal aus seinen Fehlern lernen müssen. Anscheinend kann der Mensch nur lernen und zum Umdenken gebracht werden, wenn er auf schmerzliche Art und Weise erfahren muss, wie schön, gut und wichtig das Leben ist.

Es liegt leider in der Natur des Menschen, extrem destruktiv mit seiner eigenen Rasse zu sein und dies oft unter den Deckmantel von immer wiederkehrenden Vorwänden. Ist es nicht irgendwie schon pervers, das man töten muss um zu schützen? Zumindest wird dies seit Jahren indirekt so gehandhabt. Denn wenn man sich die letzten größeren Kriege, im Sinne ihrer Dauer, anschaut und versucht herauszufinden wieso dieser überhaupt ausgebrochen ist und wie er sich letztendlich entwickelt hat, wird man wohl oft feststellen müssen, das sie irgendwie überflüssig waren.

Wie kann der herbeigeführte Tod, das Leben schützen? Ist das nicht ein totaler Widerspruch?

Oder ist der Tod, der einzige Grund oder Sinn zu Leben letztendlich?

Die Anschläge des 11. September 2001 haben den Menschen weltweit vor Augen geführt wie wertvoll das Leben ist und wie schnell wir Menschen damit leichtfertig umgehen. Viele Menschen haben nach den Anschlägen ihre Einstellung zum Leben geändert und gehen bewusster und wacher in jeden neuen Tag und leben diesen.



Oslo 22. Juli 2011

Es ist wieder passiert,
ein Anschlag mit einer Bombe,
Tote und Verletzte,
durch eine Autobombe.

Dies ist leider heut zu Tage nichts mehr ungewöhnliches und man mag gar nicht mehr hinhören oder, dank moderner Technik, auch hinsehen.
Dennoch ist es diesmal anders, zumindest irgendwie, denn die Rede ist hier nicht von Afghanistan, Irak oder anderer, leider mittlerweile bekannter, Brennpunkte.
Wir sind nach langer Zeit nun wieder mitten in Europa, auch wenn es sehr weit nördlich ist, Oslo in Norwegen.
Wurde nun erneut ein europäisches Land für sein mögliches Engagement in Krisenherden abgestraft?

Nein, alles ist anders, zumindest nach den aktuellen Informationen, denn Radikale waren es oder war es, doch keine radikalen Islamisten oder ähnliche Gruppierungen. Im Gegenteil, es soll sich diesmal um einen Anschlag, eines radikalen Nationalisten handeln!

Dieser hat neben der Autobombe im Oslo, auch ein Massaker auf einer Insel verursacht, auf der primär Kinder und Jugendliche, ihm zu Opfer gefallen sind.

Das verzerrt unser aktuelles Weltbild, wie kann ein solcher Anschlag oder bloßer Akt der Gewalt geschehen, wie kann angeblich ein einzelner Mann, eine gewaltige Autobombe problemlos, mitten in Europa, in einen Regierungsviertel platzieren. Des Weiteren, getarnt als Polizist auf eine Insel, schwer bewaffnet gelangen und dort zig Menschen töten?

Was haben die Sicherheitsbehörden gemacht, waren die Augen und Ohren zu sehr nach Außen gerichtet, so das man nicht ansatzweise mitbekommen hat, was im Inneren vorgeht?

Die folgenden Tage werden hoffentlich ein paar konkretere Informationen ans Tageslicht führen, doch wie so oft, wird man diesen nicht glauben und erneut ein mulmiges Gefühl im Bauch haben und einfach nur hoffen, das es weiterhin weit weit weg von einem bleibt.



Lena machts

Nun ist es entschieden, unsere Lena wird mit Taken By A Stranger zur Titelverteidigung bei diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) in Düsseldorf ihren Titel verteidigen, also sie wird es versuchen. Und all der Kritik der letzten Monate und speziell der letzten Wochen zu trotz, denke ich das wir es zumindest in die Top 10 schaffen werden.

Doch welche Ziele sollte man sich ernsthaft setzen? Titelverteidigung hin oder her, neben der Euphorie und der sehr guten Interpretin Lena (Meyer-Landrut), sollte man aber die Realität nicht aus den Augen verlieren. Wir hatten letztes Jahr ohne Frage einen super Titel und eine super Sängerin, doch was werden unsere Mitstreiter dieses Jahr bieten?

Foto: Lena Meyer-Landrut
Quelle Wikipedia – Foto Daniel Kruczynski unter CC 2.0

Den Erfolgsfaktor jung, frech und wild können wir uns dieses Jahr nicht mehr vornehmen, wie denn auch, ist Lena doch die letzten Monate sehr schnell zu einer tollen Sängerin gereift, die leider – oder doch vielleicht zum Glück ein wenig professioneller und zielorientierter geworden ist. Was ich meine, die Ausstrahlung ist noch da, doch nicht mehr so stark wie am Anfang – doch das ist spätestens seit gestern, gar kein Problem. Denn der ausgewählte Titel, Taken By A Stranger, kann halt nicht so fröhlich und wild präsentiert werden wie zum Beispiel im letzten Jahr Satellite.

Ein reifer Song für eine reife junge Frau, das passt, denn viele unserer Mitstreiter oder speziell die Bewohner der anderen Länder werden nicht alles verfolgt haben können oder wollen und erwarten vielleicht wieder eine flippige kraftvolle Nummer. Genau dies könnte ein kleiner Erfolgsgarant für dieses Jahr sein, ein kraftvolles aber sehr überraschendes Lied, das eine andere Lena zeigt, als im letzten Wettbewerb.

Musik hin oder her, auch diesmal wird Gesang, Performance und Ausstrahlung nicht das Wichtigste sein, sondern auch die emotionale Verbundenheit und sogar das politische Wohlbefinden der Teilnehmerstaaten untereinander.

Ergo, alles wird wieder möglich sein und somit glaube ich das Lena es macht, so oder so!

Durchaus lesenswert sind auch folgende zwei Artikel:



Die Wikileaks Zufälle *Updates*

Okay wer es ernsthaft als Zufälle ansieht, leidet offensichtlich an Realitätsverlust oder gehört zur Verschwörung. Oh Verschwörung, dieses böse und dennoch so extrem flexible Wort, das spätestens seit den Anschlägen von 9/11 oder dem JFK Attentat endgültig jedem ein Begriff sein sollte. Doch zurück zu Wikileaks, viele werden Wikileaks kennen oder zumindest in den Nachrichten davon gehört haben. Spätestens seit den Enthüllungen rund um den Irak-Krieg und den Notizen der US Amerikaner zu den weltweiten diplomatischen Kollegen.

Wikileaks deckt auf, Wikileaks filtert nicht, Wikileaks ist ein Spiegel der Gesellschaft, wie sie wahrhaftig tickt oder von einigen mächtigen Personen und Institutionen dargestellt wird!

Doch jetzt geht es ans Geld, da wagt es jemand wahrhaftig eine große namenhafte US amerikanische Bank blos zu stellen, egal ob Kriegs-Skandal, Polit-Skandal oder sonstige Skandale, wenn es ums Geld geht, versteht keiner mehr Spaß, denn urplötzlich, innerhalb sehr weniger Tage scheint jemand oder einige Wikileaks vernichten zu wollen.

Fakten oder die, die es angeblich sein sollen:

  • Wikileaks Gründer Julian Paul Assange wird auf einmal von Interpol verfolgt wegen einer angeblichen Vergewaltigung … anscheinend wurde das Verfahren bereits mal eingestellt, wegen fehlenden Beweisen, aber nun … Quelle
  • der letzte Webhoster von Wikileaks, Amazon, stellt auf einmal fest das die Inhalte evtl. gegen Rechte verstoßen und sogar Dritte in Gefahr bringen könnten … so etwas wusste man natürlich nicht vorher, Wikileaks ist ja so plötzlich von Heute auf Morgen entstanden … Quelle
  • der Domainhoster von wikileaks.org, EveryDNS.net, erkennt plötzlich, das es vielleicht unter Umständen nicht so gut ist die Domain zu hosten, da auch andere Kunden, durch sie anhaltenden Attacken auf Wikileaks in Mitleidenschaft gezogen werden könnten … Quelle

Alle reden sich irgendwie raus und betonen seltsamerweise, sehr immens das dies alles nichts mit irgendeinen politischen Druck zu tun haben soll, doch ist nicht gerade dies auffällig?

Mal schauen wie der Wikileaks Krimi weitergeht.

Aber zum Glück gibt es auch Personen, die keine Angst haben und Wikileaks unterstützen, so wurden bereits 750.000 EUR für Wikileaks zusammengetragen!

Grafik: Wikileaks Logo

Update 4.12.2010

  • Weiter geht es, nun hat der Mutterkonzern von PayPal, eBay, das Spendenkonto von Wikileaks gesperrt, wegen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen. Dies ist zwar in der Vergangenheit auch schon passiert, doch der jetzige Zweitpunkt ist interessant … Quelle

Update 7.12.2010

Die Geldquellen von Wikileaks werden nun verstärkt ins Visier genommen:

  • die Schweizer Bank von Assange, Postfinance, hat nun urplötzlich entdeckt, das der Wikileaks Gründer gar keinen Wohnsitz in der Schweiz hat und somit sein Konto gesperrt … Quelle
  • ebenfalls gibt es nun auch Probleme für die Wau-Holland Stiftung, die treuhänderisch die Spendengelder für Wikileaks verwaltet … Quelle
  • Mastercard sperrt nun auch alle Zahlungen an Wikileaks … Quelle
  • VISA sperrt ebenfalls Zahlungen an Wikileaks und prüft die rechtliche Situation … Quelle

Festnahme von Julian Assange durch Scotland Yard auf Grund der Vergewaltigungsvorwürfe aus Schweden! Quelle

Update 9.12.2010

Nun kommen auch die Unterstützer von Wikileaks in den Genuss gewisser Maßnahmen. So wurden einige Twitter und Facebook Profile von entsprechenden Gruppierungen gesperrt und zumindest bei Twitter versteckt man sich hinter den Nutzungsbedingungen … Quelle



Der Sammler und der Verlust

Im digitalen Zeitalter haben sich die Sammler rapide vermehrt und zugleich verringert. Eine Umschichtung der Sammelleidenschaft hat rasant ihren Weg aufgenommen, denn der analoge Sammler stirbt langsam aus, doch der digitale Sammler steckt in fast jedem von uns.

Doch was bedeutet dies nun genau, wie könnte eine Definition für analoge und digitale Sammler lauten?

Versuchen wir es mal auf dem klassischem Wege, der analoge Sammler ist zum Beispiel der eifrige Mensch, der Briefmarken sammelt und sie hegt und pflegt wie sonst noch was. Die einen erhoffen sich irgendwann einen Gewinn, durch die eine oder andere Rarität, aber es gibt auch diese, die einfach Spaß und Freude an diesen minimalistischen Kunstwerken der Drucktechnik haben. Der digitale Sammler ist der, der genau jetzt diesen Beitrag liest, denn er sitzt an einem Computer oder hat zumindest ein mobiles Endgerät, mit dem er diesen Beitrag hier liest. Ja genau du, du bist ein digitaler Sammler, denn schau doch mal genau hin, was lädst du vielleicht täglich runter? Musik, Bilder, Filme oder auch einfach mal interessante Artikel in Form eines PDFs oder Anleitungen oder die Fotos der letzten Party, Feier oder dem Klassiker: Urlaub. Wer kann wirklich von sich behaupten, das er nicht das eine oder andere auf seiner Festplatte, irgendwo herumliegen hat?

Dann gibt es natürlich noch die digitalen Sammler, die ihre Funde gerne und bereitwillig mit anderen teilen, sei es die Familie, Freunde, der Bekanntenkreis, Arbeitskollegen, Geschäftspartner oder einfach allen Menschen die Interesse haben. Diese sind heut zu Tage auf vielen Plattformen im Internet zu finden, nennen wir mal die aktuellen Platzhirsche, Facebook und Twitter.

Die zahlreichen anderen Plattformen scheinen momentan entweder auszusterben oder versuchen mit neuen Geschäftsmodellen ein Stück vom Kuchen abzukriegen.

Denn sind wir mal ehrlich, aktuell ist es so, daß wir viel viel mehr als früher unsere persönlichen Funde mit der ganzen Welt teilen wollen. Und uns auch sehr oft auf die unterschiedlichen Dienste verlassen und im Extremfall annehmen, warum sollte ich mir den Stress auf meiner Festplatte machen, wenn ich doch online alles sauber und unkompliziert präsentieren kann und gleichzeitig meinen Interessenten zur Verfügung stelle?

Die Rechnung geht soweit auch auf, doch nur so lange die Plattform existiert oder ihr ursprüngliches Konzept beibehält.

Zwei aktuelle Beispiele, einige kennen bestimmt die sogenannten Bookmarking-Dienste, diese erlauben es durch entsprechende Erweiterungen in Browsern, seine Lesezeichen nicht nur lokal im Browser zu speichern, sondern global innerhalb eines persönlichen Profils. Vorteil ist es schlichtweg, daß ich jederzeit und überall auf meine Lesezeichen zugreifen kann und somit unabhängig von meinem lokalen Standort bin, an dem mein Rechner angeschlossen ist. Im Prinzip eine schöne Sache und im Laufe der Zeit sammelt jeder unzählige Bookmarks, doch was passiert, wenn man plötzlich eines Tages keinen Zugriff mehr auf diese hat oder innerhalb eines kurzen Zeitraums sich darum kümmern muss, diese auszulagern oder gar doch wieder in den lokalen Browser zu integrieren?

Der Verlust steht unwillkürlich bevor, der Verlust von jahrelangen Sammeln digitaler Inhalte, aktuell zum Beispiel der deutsche Bookmarking Dienst Mister Wong. Dieser verkündet, daß er sich neu ausrichten wird und vom klassischen Bookmarking-Dienst, bedrängt durch Facebook und Twitter, sich zu einen Document-Sharing-Dienst wandeln wird.

Ähnliches ist es auch mit dem ehemals besten online RSS-Reader-Dienst Bloglines geschehen, wobei es hier noch schlimmer ist, denn der komplette Dienst wird eingestellt und man hat ein gewisse Zeitspanne um seine Inhalte zu exportieren und in anderen Diensten wieder zu importieren. Auch hier droht von heute auf morgen ein Verlust der digitalen Sammlung!

Was passiert morgen, vielleicht mit Flickr (das derzeit größte Bild- und Fotoportal) oder YouTube, nicht auszudenken, wenn Facebook plötzlich nicht mehr existent wäre. Schon vor einigen Wochen, als Facebook einige wenige Stunden offline war und das auch nur für eine verhältnismäßig kleine Gruppierung von Betroffenen, wurde schon von Sodom und Gomorrha in der IT-Presse geschrieben.

Die Abhängigkeit von digitalen Diensten, speziell im privatem Bereich, steigt stetig an und man vergisst, nein man verlernt sogar, wie es ist seine Datensammlungen selber zu organisieren und zu pflegen. Man will das Feedback von fremden Personen haben, man will ein Teil der Netzkultur sein und man verkauft indirekt seine Seele an wildfremde Unternehmen und Mechanismen, die man nicht einmal ansatzweise versteht.

Ganz zu schweigen von möglichen Datenschutz Problematiken, Persönlichkeitsrechte oder einfach dem Urheberschutz, dies alles wird von uns täglich mit Füßen getreten obwohl es uns als Mensch schützen soll, eine groteske Situation im digitalen Zeitalter und dies ist erst der Anfang.?

Letztendlich geht die Wertigkeit für uns persönlich einfach auch verloren und die Briefmarke ist der Gewinner :)

Update

Die nächste Plattform die ihre Pforten endgültig schließt, Videocommunity ein Ableger der deutschen Fotocommunity Plattform.



Lausch im Loft

Die Kreativgemeinschaft Sektor M präsentiert Anfang Juli die Auftaktveranstaltung der Lausch im Loft Veranstaltungsreihe:

Liebe Lauscher, am 9. Juli 2010 ab 20:30 Uhr werden Andrea Peters und Frauke Feindt dafür sorgen, dass Ihre Ohren Augen machen, denn dann heißt es: Willkommen bei „Lausch im Loft – Der Abend mit Buch.“ im Sektor M auf der Sophienstraße 37a.

Grafik Lausch im Loft

Die Auftaktveranstaltung steht ganz im Zeichen von „Kurz aber gut“ – kleine Geschichten und Kolumnen aus dem großen Fundus des ganz normalen Alltagwahnsinns von Autoren wie Horst Evers oder Frank Goosen.

Wir freuen uns auf einen stimmungsgeladenen Abend im kleinen aber feinen Rahmen, auf gute Geschichten, geliebte Getränke und den ein oder anderen (P)Lausch.

Voranmeldung via E-mail an andrea_peters44 @ yahoo . de



Werbung wirkt … welch Erkenntnis

Also ich musste mir vorhin wahrhaftig an den Kopf packen als ich einen aktuellen Beitrag auf n-tv.de zum Thema Tabakwarenwerbung gelesen habe. In der Regel bin ich ja auch so eingestellt, das ich mich über jeden Raucher weniger freue, der freiwillig aufhört und nicht wegen äußeren Einflüssen oder Verboten. Dennoch muss ich zugeben das ich folgende Passage in dem Beitrag schon fast erschreckend naiv finde:

… Zigarettenwerbung sei mitschuldig daran, dass viele Raucherkarrieren bereits in der Kindheit oder Jugend starteten. “Ganz bewusst setzt die Tabakindustrie auf Motive, die Jugendliche anspricht”, kritisierte Ralf Kremer, Präventionsexperte der DAK …

Jetzt mal ein wenig in der Logik wühlen, Kundenbindung erreicht man im Laufe der Jahre, egal für welches Produkt, ergo ist es logisch das man versucht möglichst früh potenzielle Kunden für sich zu gewinnen. In der Regel durch geeignete Werbemaßnahmen, die natürlich im Optimalfall auch inhaltlich funktionieren, sei es weil das Produkt überzeugt oder die Verpackung der Werbebotschaft. Somit frage mich gerade ob die Erkenntnis des Präventionsexperten der DAK, überhaupt Sinn macht, denn letztendlich wird hier nur das umschrieben was es seit Jahrzehnten in der Werbung gibt.

Doch gehen wir mal weiter zur nächsten Passage, dort wird fairerweise ein Vergleich gezogen mit ähnlichen Produkten …

… Sie legten den Kindern und Jugendlichen Werbung von sechs Zigarettenmarken vor und verglichen die Wirkung mit der Werbung für anderen Produkten wie Süßigkeiten oder Handys …

Hallo? … Zigaretten mit Süßigkeiten und Mobiltelefone vergleichen beziehungsweise ihre Werbemaßnahmen? Ich gebe zu das ein gewisses Suchtpotenzial bei Süßigkeiten heute normal ist, doch ich denke bei den wenigsten so intensiv wie durch Nikotin und selbst die Telefonitis kann das körperliche Verlangen nicht erreichen oder doch? Wieso vergleicht man die Tabakwarenwerbung nicht einfach mit den bösen Alkopops oder anderen Dingen, dieser Vergleich hinkt dermaßen, das man sich dafür schämen sollte.

Ergo, wie kann man eine solche Studie oder Report ernst nehmen? Das Äpfel und Birnen Prinzip geht weiter…



Facebook ist nicht VZ

In letzter Zeit wandern viele Benutzer von den deutschen VZ-Netzwerken ab und landen größtenteils bei Facebook. Soweit so gut. Das problematische daran ist, das viele dieser Nutzer sich bei Facebook ebenso verhalten, wie sie es in den VZ-Netzwerken gewohnt waren, sprich das Benutzerverhalten und der Umgangston paßt sich oft nicht an.

Dies ist aber erforderlich, denn Facebook erreicht viel mehr Benutzer und ist etwas offener gestaltet als die VZ-Netzwerke. Speziell bei Arbeitnehmern, Selbstständigen und Freiberuflern muss man noch mehr darauf achten, was man schreibt oder welche Aktionen man durchführt. Da in Facebook vermehrt etablierte Unternehmen, Marken und Produkte positioniert werden, ist in deren Umfeld auch der eine oder andere führende Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens angemeldet, um eine gewisse Kontrolle oder sagen wir mal Überblick zu behalten.

So kann es schnell passieren das durch einen unbedachten Kommentar, über Dritte etwas von einem an entsprechende Personen gelangt mit denen man Arbeit oder in dessen Auftrag man arbeitet. Und je nachdem wie gut oder halt wie problematisch das Verhältnis dieser zwei Parteien in der realen Welt ist, kann es ganz schnell unangenehm und peinlich in der virtuellen Welt werden, wenn etwas falsch interpretiert wird.

Man sollte sich immer im klarem sein, alles was im Internet ist, taucht zwangsläufig irgendwann und irgendwo mal auf, egal wie sicher welche Plattform ist, es gibt keinen 100%tigen Schutz im Internet. Sobald man Kommentare, Texte, Bilder, Fotos oder Videos freigibt, auch wenn es nur die eigenen Kontakte sind, wer sichert denn einen zu das die Kontakte diese Dinge nicht weitergeben? Es muss ja nicht einmal böse gemeint sein, sondern einfach nur unbedacht.

Hier nun einige Beispiele und mögliche Interpretationen:

Ausgangssituation
Ein Foto einer offenen Wendeltreppe wird veröffentlicht, im Rahmen eines normalen Umzugs

  • Benutzer A: Die schaut aber gefährlich aus die Treppe da die wendelnde!
  • Benutzer B: Ne, man kann sich gut an der Wand anlehnen, beim hochtorkeln :D

Interpretation: Benutzer B trinkt mal gerne einen über Durst und zwar zu viel

Ausgangssituation

  • Statusmeldung: Benutzer A ist der Gruppe „Ich hatte mit mindestens einem meiner Plattform – Freunde Sex!“

Interpretation: Beim nächsten Meeting von Benutzer A mit Benutzer B der das gelesen hat …

Ausgangssituation

  • Ein Foto mit Benutzer B, der leicht angetrunken scheint, wird veröffentlicht.

Benutzer A denkt sich nichts dabei, über Dritte erkennt Benutzer C seinen bisherigen Geschäftspartner, der im direkten Zusammenhang mit einen Unternehmen steht, das so etwas nicht billigt.

Interpretation: Benutzer B hat nun eventuell ein wirtschaftliches Problem. Benutzer A hat unbewusst Benutzer B geschadet.

Es gibt natürlich viele Personen denen so etwas egal ist und die das nicht ernsthaft einstufen, doch leider gibt es auch jede Menge Personen, speziell im beruflichen Alltag, die nur auf solche Gelegenheiten warten einen möglichen Konkurrenten blöd aussehen zu lassen!

Man sollte immer zweimal überlegen was man wo im Internet veröffentlicht, nur so kann man langfristig ein entspanntes virtuelles und reales Leben führen.



Ist Social-Media das neue SEO?

So wirklich viel scheinen Social-Media und SEO nicht gemeinsam zu haben, sind es eigentlich völlig unterschiedliche, nennen wir es mal Marketing-Instrumente. Doch so langsam habe ich das Gefühl, das viele Personen und Unternehmen, die es nicht mehr schaffen Kunden mit SEO zu ködern, dies nun mit Social-Media versuchen. Verständlich ist dieser Schritt alle Male, SEO gibt es schon sehr lange für Internetverhältnisse, Social-Media scheint jetzt erst so richtig in Gang zu kommen und ist wohl erst in den letzten drei Jahren aufgetaucht.

Bestes Beispiel dafür habe ich leider selber in einen Projekt erfahren, eine anscheinend etablierte Agentur, die seit Jahren im PR Bereich tätig ist, beschäftigt sich mittlerweile auch mit Social-Media und bietet dieses an. Wie man sich vorstellen kann natürlich nicht umsonst, sondern für eine saftige Vergütung. Da wird im Leistungsumfang von vielen Aktionen und Beiträgen auf allen relevanten Plattformen und Kanälen gesprochen. Doch wie so oft, sind Theorie und Praxis zwei paar Schuhe, besonders wenn man nicht einmal ansatzweise Ahnung von der Praxis hat.

Denn da wird versucht mit traditionellen PR Maßnahmen den Bereich Social-Media zu verkaufen, doch ganz schnell erkennt man das dies nicht funktioniert … sollte man annehmen. So macht man die Leute darauf aufmerksam und hinterfragt deren Strategie und was kommt? Zwar etwas feiner verbal verpackt, aber letztendlich soviel wie: “Sie haben keine Ahnung davon, lassen sie uns machen.” Das Problem dabei ist nur, das speziell der Bereich Social-Media fast zu 100% nachvollzogen werden kann, denn Social-Media ist viel offener als die klassische PR Schiene und dies ist auch eine der Stärken von Social-Media.

Das alles erinnert mich doch ganz stark an viele dieser tollen SEO Agenturen, die meinen mit dubiosen Methoden und Aktionen den schnellen Erfolg im Internet für ihre Kunden herbei zu zaubern.

Und gleichzeitig werden wie so oft, seriöse und fähige Unternehmen durch diese schwarzen Schafe in Mitleidenschaft gezogen, ein trauriges endloses Spiel im Internet mit dem Vertrauen der Kunden.